Gürzenich-Orchester Köln
In seinem ersten Abonnementkonzert der neuen Spielzeit „Zum Licht“ stellt Andrés Orozco-Estrada zwei Chorwerke und eine Sinfonie einander gegenüber: Brahms' Schicksalslied, Bernsteins Chichester Psalms und Brahms' Erste Sinfonie. Für die Konzerte am 11., 12. und 13. Oktober in der Kölner Phlharmonie stehen das Gürzenich-Orchester Köln erstmals gemeinsam mit dem Wiener Singverein auf der Bühne der Kölner Philharmonie.
Ringen und Vertrauen, Zweifel und Trost, aber auch Zuversicht verbinden die Werke dieses Konzerts. Als Brahms im Sommer 1868 auf Friedrich Hölderlins „Hyperions Schicksalslied“ stieß, ließen ihn die Verse nicht mehr los. Der Text stellt das selige Leben der Götter dem Los der Menschen gegenüber, die „blindlings von einer Stunde zur andern“ stürzen. Brahms lässt jedoch im Gegensatz zu Hölderin mit der Wiederaufnahme des Eingangsmusik am Schluss einen Hoffnungsschimmer erahnen.
Leonard Bernsteins Chichester Psalms entstanden im Auftrag der Kathedrale von Chichester und erklangen zuerst in New York, dann in England. Der hebräisch gesungene Text, die Besetzung mit Harfen, Schlagzeug und Blech und die bewusst schlichte Tonsprache verleihen dem Werk einen archaischen Ton, wobei der Knabensolist, der im zweiten Satz den 23. Psalm singt, ihm eine besondere Zartheit gibt. Für diese Partie hatte Leonard Bernstein regelmässig Tölzer Knabensolisten für seine Aufführungen der Chichester Psalms engagiert.
Über ein Jahrzehnt rang Brahms mit seiner ersten Sinfonie, stets im Bewusstsein von Beethovens Schatten: „Du hast keine Ahnung, wie es unsereinem zumute ist, wenn er immer so einen Riesen hinter sich marschieren hört.“ Die Uraufführung 1876 in Karlsruhe bestätigte den hohen Anspruch, bald wurde von der »Zehnten« Beethovens gesprochen. Auf die dunkle, von Paukenschlägen getragene Introduktion folgt ein Finale, das mit einem weit ausschwingenden Hornthema den Weg vom c-Moll nach C-Dur öffnet. Dass dessen Hymne an Beethovens „Freude“-Melodie erinnert, quittierte Brahms mit trockenem Humor: Das merke jeder Esel.
Der Wiener Singverein wurde 1858 als Chor der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien gegründet und zählt zu den traditionsreichsten Konzertchören Europas. Johannes Brahms leitete ihn 1863/64 selbst als Chormeister und prägte damit die Geschichte des Ensembles nachhaltig. Bis heute musiziert der Chor regelmäßig mit den Wiener Philharmonikern und den großen internationalen Orchestern unter namhaften Dirigenten.
Termine
So 11.10.26 11 Uhr
Mo 12.10.26 20 Uhr
Di 13.10.26 20 Uhr (auch im Live-Stream)
Termin
11.10.2026 bis 13.10.2026
Ort
Kölner Philharmonie, Bischofsgartenstraße 1, 50667 Köln
Kosten
Ab 12 Euro